Ausweisung der Infrastrukturflächen zur Energiewende unverhältnismäßig

Die Veranstaltung Ende Februar in der Dissauer Sporthalle hat deutlich gemacht, dass das Gebiet der Gemeinde Stockelsdorf überproportional von der Infrastruktur der geplanten Energiewende genutzt werden soll. Neben dem vorhandenen, dem geplanten zusätzlichen Umspannwerk, den 3 Trassen der 380 KV Leitung, der hinzukommenden 4. Trasse der 380 KV Leitung, dem vorhandenen Windpark mit 20 Anlagen sollen nun noch 4 weitere Eignungsflächen hinzukommen.

Eigentlich soll insgesamt eine Landesfläche von 1,98% für Windkraft ausgewiesen werden. In Stockelsdorf sind es zur Zeit, ohne die zusätzlichen Windeignungsflächen, bereits 2,7 %. Schaut man sich die geplanten Windeignungsflächen auf der Landkarte genauer an, so lässt sich sofort eine extreme Ballung der geplanten Parks um die Dorfschaften im Norden Stockelsdorf erkennen. Neben einer Umzingelungswirkung entstehen raumordnerische Barrieren, die sich negativ auf zukünftige Entwicklungen der Dörfer auswirken werden.

All diese Argumente sind seitens der Landesregierung Vollendens abgeschmettert worden. Dabei sei angemerkt, dass die Stellungnahme der Landesregierung die geplanten Trassen der Hochspannungsleitungen unberücksichtigt gelassen hat. Wo es doch insgesamt um die notwendige Infrastruktur zur Energiewende geht, ist es völlig unverständlich, dass diese nicht mit in die Planungen mit einbezogen worden sind. Hier muss in jedem Fall nachgebessert werden und man muss auf den Fachverstand der zuständigen Planungsbehörde setzen. Den genauen Trassenverlauf der Hochspannungsleitungstrasse im Bereich Curau - Pohnsdorf kann man sich in 2 Plänen anschauen. Plan 1 - Bereich Pohnsdorf - Plan 2 - Bereich Curau

Hier die Übersicht:

Vielen Dank an unsere Bürgermeisterin Frau Rahlf-Behrmann, die versprochen hat, sich mit allen möglichen Mitteln gegen die derzeitigen Eignungsflächen zu wehren. Sicherlich ist es wichtig, die Energiewende weiter voranzubringen. Die Auswahlkriterien der Eignungsflächen, mit den einzuhaltenden Abständen zu Siedlungen und der Vielzahl zusätzlich einzuhaltenden Vorgaben, führen zur Identifizierung geeigneter Flächen für die Windkraft. Dennoch sollte immer eine gewisse Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben und vor allem die zukünftige Entwicklung der Siedlungsflächen nicht beeinträchtigt werden.

Zum Thema "Infraschall" und "Schattenwurf von Windkraftanlagen" hat das bayrische Umweltministerium sehr gute Veröffentlichungen im Internet bereitgestellt. Die durchaus vorhandenen negativen Auswirkungen von Windkraftanlagen auf die Tierwelt, hier vor allen Dingen auf die Greifvögel, werden in den Ausführungen des Naturschutzbundes sehr gut dargelegt.

In dem Anhörungsverfahren können alle Bürger bis zum 30 Juni 2017 ihre Anregungen und Bedenken auf der Homepage des Landes unter der Adresse: www.bolapla-sh.de vorbringen. Daher bitte informieren und bei vorhandenen Einwänden unbedingt diese dort einreichen.

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